KURZGESCHICHTEN

Aufruhr im Adventskalender
Das Haus mit der schwarzen Seele

Der Tod kann nichts dafür
Nicht allein
Trotz allem
Wer Wind sät…

Trotz allem

Dies ist eine Geschichte, die zeigt, dass man im Leben ab und zu einen „guten Geist“ braucht, jemanden der es gut mit einem meint. Das Schicksal, das Universum, Gott, woran auch immer man glauben mag. Oder zumindest die Hoffnung daran, dass man da draußen irgendwem etwas bedeutet und alles was passiert irgendeinen Sinn ergibt auch wenn er sich nicht zeigt. Eine Geschichte die auch beweist, dass man Gewalterfahrungen nicht nur überleben, sondern auch ein glückliches und erfülltes Leben führen kann.


Textauszug:

„Ich wurde gebeten mich Ihnen hier einmal vorzustellen und etwas über meine Aufgaben zu erzählen. Dafür habe ich mir ein Medium gesucht, ich selber kann nämlich nicht schreiben. Wer ich bin? Die Menschen haben viele Namen für mich. Fee, Hexe, Engel, Schutzengel und so weiter. Ich bin alles und nichts von dem – nennen wir mich, nun ja, den guten Geist. Auch wenn es im Allgemeinen immer von mir gedacht und sicher auch oft erwartet wird, kann ich nichts alleine verändern oder zum Guten wenden. Ich brauche dafür immer auch die Menschen, um die es geht.
Vor ungefähr 25 Jahren bekam ich den Auftrag, mich um ein junges Mädchen zu kümmern. Sie war damals 15 Jahre alt. Ich fühlte in ihr Leben, ihre Träume, ihre Gedanken und ihre Seele. Was ich von ihrer Kindheit sah, machte einen traurigen Eindruck. Viele Nächte weinte sie. Es gab Demütigungen und Erniedrigungen. Sexuellen und psychischen Missbrauch. Ich sah wie sie sich selbst verletzte und doch immer nur versuchte, alles zusammen zu halten. Also fing ich an, Menschen, Situationen und sie selber anzustupsen. Das ist das was ich kann.“

Erschienen in:
Gewaltige Metamorphose
Erzählungen – für junge und ältere Erwachsene (ab ca. 20 Jahren)
Taschenbuch, 248 Seiten
Friederike K. Moorin (Hrsg)
Christian Knieps (Hrsg)
Marta Press
ISBN: 978-3944442334